Literature From the Himalayas: Muna and Madan(Translated By Satis Shroff, Freiburg-Kappel)

Himalayas: Abode of the Gods and Goddesses in Hinduism and Buddhism (c) satisshroff

(c) Art & poem by Satis Shroff
Muna und Madan (Laxmi Prasad Devkota)

Devkotas Werk „Muna und Madan“ tauchte 1936 auf. Dieses Gedicht ist geschrieben in der Jhyure Folksmelodie und basiert auf einer Newari Ballade. Madan, ein Geschäftsmann will nach Lhasa (Tibet) um dort Handel zu betreiben, wie es früher üblich war. Damals gab es eine richtige Newar Kolonie von Händlern in Lhasa. Seine frisch verheiratete Frau Muna liebt ihn innig und bittet ihn, sie nicht allein in Katmandu zu lassen „mein Herz nicht brennen zu lassen in einem Feuer, das nie ausgemacht werden kann“. Madan macht sich sehr viele Sorgen, geht aber trotzdem weg von Muna. Bevor er geht, verlangt er ein Lächeln von Muna. Aber Muna kann „die Sonne nicht herausbringen in der Nacht und lächeln zum Abschied“. Sie hat keine Interesse für Reichtum und ist sogar bereit, ein Leben in Armut, Frieden und Liebe zu verbringen. Aber Madan muß sein Haus reparieren und muß sich um seine alte Mutter sorgen. Er geht auf diese gefährliche Reise, wird auf dem Rückweg krank und wird von seinen Händlerfreunde im Stich gelassen. Dennoch hat er Glück und wird von einem guten Tibeter gepflegt. Muna kann die lange Zeit der Trennung nicht aushalten und fühlt sich miserabel. Sie sieht viele schlechte Omen. Ein übler Verehrer von Muna schickt eine Nachricht von Madans Tod zu ihr. Muna stirbt an gebrochenem Herzen. Viele Jahre später kehrt Madan zurück und findet seine Geliebte schon längst tot und verschwunden und seine Mutter liegt auf dem Sterbebett. Er kann den Schmerz und das Leiden nicht verkraften und stirbt auch.

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Als Madan sich verabschiedet um nach Tibet zu gehen:

(Muna): „Geh nicht, mein Leben, und laß mich hier allein,
Im Wald meines Herzens hast du ein unlöschbares Feuer der Sehnsucht entfacht,
Ein unstillbares Feuer der Sehnsucht hast du entfacht,
Du Stern meiner Augen, oh mein Geliebter! Wenn dieses Licht erlischt,
Was soll ich sagen? Ich würde nichts sagen, auch wenn du mich vergiftet hättest,
Geliebter, mich vergiftet!
Die Worte aus meinem Herzen, bleiben mir im Hals stecken, in meinem Hals bleiben sie stecken
Dieses Herz von mir schlägt fünfzig mal in einer Sekunde,
Wenn diese Brust von mir aufgerissen (würde) und dir gezeigt,
Würden deine Gedanken vielleicht zurückkehren wenn das Bild entschleiert würde,
Ein Stück meines Herzens in meine Tränen fällt, diese Tränen sprechen nicht,
Meine tiefsten Gefühle bleiben in meinem Herzen, meine Brust zeigt sie nicht,
Meine Liebe, Tränen können nicht sprechen!“

(Madan): „Oh meine Muna, sprich nicht so, blühend im Mondlicht,
Schnell werde ich zurückkehren, warum vergißt du?
In Lhasa werde ich zwanzig Tage verweilen, und zwanzig Tage unterwegs sein,
Der cakheva Vogel kommt an irgend einem Tag morgens angeflogen,
Geliebte, der große Tag, an dem wir uns treffen.
Eines Mannes Entschluß ist Handeln oder Sterben,
Geliebte, leg mir mit deinen Tränen kein Hindernis auf den Weg.
Lächle, und zeige deine Zähne wie Kerne des Granatapfels,
Wenn du lächelst, kann ich Indra auf seinem Thron herausfordern,
Geliebte, lächele beim Abschied !“

(Muna): „Oh, mein Rama , oh mein Krishna, es wird Dschungel und Berge geben,
Die Tibeter auf den Felsen sind wie wilde Tiere, die Kühe befallen!
Ein Lächeln beim Abschied ist wie die Sonne in der Nacht, wie kann ich dies verstehen?
Wenn du gehen mußt, laß mich nicht allein, laß mich dich begleiten,
Laß mich dein Gesicht und deinen Körper beschützen mit meiner Liebe.“

(Madan): „Sprich nicht so, verstehe Muna, deine Füße sind wie Blumen,
Die Wälder sind dornig und steil, wie kann ich dich mitnehmen?
Oh Nagas Tochter, komm nicht in die Berge !
Meine einzige Mutter, das glückverheißende Licht, vergiß sie nicht zu pflegen,
Laß eine Mutter, die sechzig Winter überstanden hat, nicht alleine,
Sie möge sitzen und schauen auf dein mondgleiches Gesicht.“

(Muna): „Ihre grau gewordenen Haare, ihre müde gewordener Körper, die Liebe deiner Mutter
Haben deine Füße nicht zurückgehalten, die Schatten der Liebe konnten dich nicht aufhalten,
Mein Herr, die Liebe deiner Mutter.
In ein wildes Land gehen, gekleidet wie ein Händler, Gefahren ausgesetzt,
Was soll gewonnen werden, Herr ! Sie verlassen sie und gehen nach Lhasa?
Taschen voller Gold,( sind) Hände voller Schmutz, was bringt so ein Reichtum?
Besser ist es Brennessel und Salat zu essen mit zufriedenem Herzen,
Oh meine Geliebte, mit einem reichen Herzen !“

Madan): „Geliebte, deine Worte treffen mich ins Herz,
Was willst du machen Muna ? Dieser Atem stockt vor jenem sündhaften Reichtum,
Mit ein paar Schluck Milch würde ich Mutters Kehle erfrischen,
Ihre Wünsche für eine Herberge und einen Brunnen erfüllen,
Diese Arme würde ich schmücken mit Reifen aus schwerem Gold,
Das Fundament des Hauses, baufällig durch Schulden, würde ich verstärken.
Diese Hoffnung entstand in meinem Herzen und verschwand wieder
Ich habe meine Füße jetzt gehoben, meine Wünsche gehoben,
Gott ist oben, mein Herz ist meine Begleiter, Ich werde diesen Fluß überqueren,
Falls ein Gefühl mir gesellen sollte, obwohl ich mich richtig verhalte, werde ich auf dem Weg sterben,
Außerhalb von dieser Erde, im Himmel, Liebste, werden wir uns wieder treffen.

(Muna): „Oh mein Krishna , sprich nicht und binde nicht den Knoten im Herzen noch enger,
In meinem Geist male ich ein Bild von deinem kostbaren Gesicht,
Wende dich nicht ab, Liebster ! Verstecke nicht die Tränen die deine Augen füllen,
Die Mädchen von Lhasa, mit blitzenden Augen, aus Gold geschmiedet,
Ihre Sprache wie die einer Nachtigall, mit Rosen die auf ihren Wangen blühen,
Laß sie alle spielen, laß sie alle tanzen auf den Bergen und Wiesen,
Falls du mich vergißt, diese Tränen werden dich beunruhigen, sage ich ängstlich.
Mach dich auf die Reise, laß dunkel werden in Haus und Stadt,
Ich habe keine Kraft zu weinen, ich habe Tränen vergossen vor dir“.
In der Dunkelheit, brennen die Erinnerungen wenn es blitzt,
Ein Regen von kühlen Tränen wird fallen vor den Augen der Sorgenvollen.

Muna allein
Muna allein, wunderschön, blühend wie eine Lotusblume,
Sich öffnend wie der Mond, der die silberne Wolkenkante berührt,
Wenn sie ihre zarten Lippen öffnete zum Lächeln, regnete es Perlen,
Sie welkte wie eine Blume in Pus , und Tränen flossen aus ihren Augen
Sie trocknete ihren große Augen und kümmerte sich um ihre Schwiegermutter,
Wenn sie schlief in ihrem Kämmerlein war ihre Kissen durchnäßt von tausend Sorgen.
Lang (waren) die Tage, lang die Nächte, traurig die Tage,
Ob dunkle Nächte oder helle, der Mond selbst war traurig,
Muna am Fenster, ein glitzernder Stern, ihre Liebster ist in Lhasa,
Tränen in ihren Augen, Munas Herz ist zerfressen von Sorge,
Es ist als ob ein dünner Nieselschauer in ihrer Stimme wäre.
Ein Lied steigt empor in der Stille, als ob die Sehnsucht selbst hätte gesprochen.
Ihre Träume sind kostbar für ihre Augen, tausende von Sorgen erreichen sie nicht,
Wenn sie ihn im Traum sieht, fällt es ihr schwer aufzustehen.
Sie weint, da sie noch lebt, auch im Traum,
Tag für Tag welkt sie dahin wie eine Rose.
Sie versteckt ihre Trauer in ihrem Herzen, verbirgt sie in Schweigsamkeit:
Ein Vogel versteckt mit seinen Federn den Pfeil, der sein Herz durchbohrt,
Das Ende des Tages wird hell im Schein einer Lampe.
Die Schönheit einer welkenden Blumen wächst, wenn der Herbst nahe ist.
Die dunkeln Ränder der Wolken sind silbern, und der Mond ist noch heller,
Sein Gesicht beim Abschiednehmen leuchtet auf in ihrem Herzen, das Licht der Traurigkeit,
Tränen von Tautropfen fallen auf Blumen, Regenwasser vom Himmel,
Sternenlicht, Tränen der Nacht, tropfen auf die Erde.
Die süßen Wurzel der schönen Rose werden zur Nahrung von Würmern
Eine Blume, die in der Stadt blüht, wird Opfer eines Bösen,
Die Hand eines Menschen füllt Schmutz in reines Wasser
Menschen säen Dornen in den Weg der Menschen.
Wunderschön, unsere Muna, sitzend an ihrem Fenster
Ein Stadtgauner sah sie, ein gefallener Engel ,
Machte eine Lampe für die Göttin Bhavani , blind gegen alles.
Ihre runden Backen, ihre Ohrläppchen, ihre lockigen Haare,
Bei dieser plötzlichen Erscheinung stand er auf, verlor seinen Verstand,
Und ging weg, einmal hierhin, einmal dorthin.

Du siehst die Rose ist schön, Bruder berühre sie nicht!
Er sah sie mit Verlangen, er war verzaubert, werde kein Wilder!
Die Dinge der Schöpfung sind schöne Edelsteine für unsere Blicke,
Berühre und töte nicht die Blume, die Gottes Lächeln bekommen hat .

Madan ist auf dem Heimweg an Cholera erkrankt
„Laßt mich nicht im Wald allein, meine Freunde,
Zur sündigen Beute von Krähen und Geiern,
Meine alte Mutter daheim! Wird die alte Frau sterben?
Meine Muna, gleich wie der Mond, wird sie zu Tode geschlagen?
Oh meine Freunde, O meine Brüder, ich werde jetzt nicht sterben,
Ich werde den Tod bekämpfen, ich werde aufstehen, ich will nicht im Wald sterben,
Mein Hals ist trocken, meine Brust brennt, trocknet meine Tränen,
Noch habe ich Atem, noch habe ich Hoffnung, versteht meinen Schmerz,
Meine alte Mutter wird euch segnen, rettet mich!
Es ist Pflicht eines Menschen die Tränen des anderen zu wischen.“

Was willst du tun, Bruder? Unser Heim ist weit entfernt von diesem Dschungelweg,
Warten wir bis du geheilt bist von dieser Cholera, wird es uns Unglück bringen,
In diesem Wald gibt es keine Heilkräuter,
Verweile hier und denke an Gott,
Alle müssen gehen, ihre Haus und Heim verlassen,
Wenn du in deiner letzten Stunde an Gott denkst, wirst du sicher gerettet werden.“

Gestützt auf seine Arme, erhob sich Madan, (er sah) seine Freunde waren gegangen,
Im Westen, die Augen des Tages hatten sich blutrot gefärbt,
Eine fahle Dämmerung kam über den Wald, sogar der Wind schlief ein,
Die Vögel hörten auf zu singen, die Kälte befiel ihn
Ein trauriger Zustand, erbarmungslos die Berge und Wälder,
Die Sterne, die ganze Welt erschien grausam, grausame Trostlosigkeit.
Er drehte sich langsam auf dem Gras, dann seufzte er,
Ein Bild von Zuhause kam in sein Gedächtnis, klarer als je zuvor,
‚Oh meine Mutter, denk an mich!
Oh meine Muna, denk an mich!
Gott, Gott, in diesem Wald bist Du meine einziger Freund,
(Von) oben siehst du die steinharten Herzen der Menschen.

Wo wird jene Feuerflamme sein? Hat der Wald Feuer gefangen?
Ist ein Waldbrand entstanden um diesen sterbenden Menschen noch mehr zu zerstören?
Ein Man näherte sich, er trug eine Fackel,
War es ein Räuber, oder war es ein Geist, oder eine böser Waldgeist?

Sein Atem hing an einem Faden, sollte er hoffen, sollte er fürchten?
Schließlich erreicht die Fackel sein Gesicht.
Ein Tibeter schaut wer da weint, er sieht den kranken Mann,
Er sagt liebevoll, “Deine Freunde sind treulos,
Mein Haus ist in der Nähe, nur ein kos entfernt, du wirst nicht sterben,
Ich werde dich tragen, ist dir das recht? Mir macht es nichts aus.“

Der arme Madan berührte die Füße des Tibeters and sagte,
„Oh mein Herr, mein tibetischer Bruder! Was für wunderbare Worte!
Daheim ist meine alte Mutter, ihre Haare sind grau,
Daheim ist meine Frau, die wie eine Lampe leuchtet,
Rette mich jetzt und Gott wird zuschauen,
Wer den Menschen hilft, wird bestimmt in den Himmel kommen.
Ich, der Sohn eines Chettris, berühre deine Füße, ich tue es nicht widerwillig,
Ein Mensch ist ein Mensch durch die Größe seines Herzens, nicht durch seine Kaste “.

Der Tibeter trug ihn zu seinem Haus und legte ihn auf ein Tuch aus Wolle,
Er gab ihm ein paar Schluck Wasser und verwöhnte ihn liebevoll,
Er suchte und brachte eine Heilkraut, zerdrückte es und gab ihm zu trinken,
Mit Yakmilch machte er ihn wieder stark.

Madan verabschiedet sich von dem Tibeter

Madan dreht sich um und schaut nach dem Hof der Tibeter:
„Was für schöne Kinder, was für schöne Geschöpfe (Jungtiere), so im Spiel vertieft!“
Nachdem er zugeschaut hatte, wandte Madan sich dem Tibeter zu und
Seine Lippen offenbarten verborgene Wünsche seines Herzens:
„Grün sind die Hügel, die Blumen blühen in den Wäldern,
In meinem Herz denke ich an mein Heim in der Ferne, lieber Bruder.
Die Knospen müssen aufgebrochen sein, zart und duftend
Der Pflaumenbaum muß sich des Frühlings erfreuen,
Ein zartes Grün wird in den Wäldern erwacht sein!

Das kleine Haus in jenem Land, es strahlt in meiner Erinnerung
Meine Tränen sind der Tribut für jene Erinnerung
Meine Mutter, Mond der Berge, muß sich an mich erinnern,
Ich verweile weit entfernt an diesem Waldesrand, bringe Tränen in jenes Haus.
Du hast ewige Verdienste erworben, ich kann (es dir) nicht zurückzahlen,
Du hast mir das Geschenk des Lebens gegeben, ich kann (es dir) nicht zurückzahlen,
Ich stehe immer in deiner Schuld, kann es dir nicht zurückzahlen.
Zwei schmutzige Taschen mit Gold habe ich im Wald vergraben,
Eine ist für dich, eine ist für mich, gerecht verteilt für deinen Verdienst,
Nimm es, verabschiede mich, ich gehe nach Hause,
Während ich weitergehe, erinnere ich mich immer an Deine Barmherzigkeit.“

Der Tibeter sagt, “Was kann ich mit reinem Gold anfangen?
Gold wächst nicht, wenn du es pflanzt, oder? Was kann ich mit Gold machen?
Kann ich es pflanzen und essen durch deine Liebenswürdigkeit?
Meine Kinder, Söhne und Töchter, sind verlassen worden von ihrer Mutter,
Was nützt Gold, Vermögen, wenn das Schicksal sie uns weggenommen hat?
Diese Kinder können nicht Gold essen, sie tragen keinen Schmuck,
Meine Gattin ist im Himmel, die Wolken sind ihr einziger Schmuck.
Der Tibeter sagt: „Diese Gelegenheit zu bekommen, Verdienste zu sammeln, war eine Chance“
Es war ein Glück, diese Tugend zu üben.
Für meine Wohltat nehme ich nichts, behalte mich in Erinnerung, während du gehst.
Ich pflüge selbst, ich ernähre mich selbst, nichts wird mir geschenkt.
Was würdest du mir geben? Was werde ich nehmen? Ich bettle nicht.
Denk an Changbas Name während du gehst, erzähle über ihn daheim,
Schicke den Segen der alten Frau für diese Kinder.“
Weinend brach er vom Waldrand auf, unwissend und ungebildet
In jenem Tibeter erinnerte er sich der Quelle des Herzens,
Weinend ging Madan in Richtung Heimat.

Madans Mutter stirbt
Madans Mutter, ihre Haare weiß, liegt im Bett,
Mond der Berge, wartend in Traurigkeit auf ihre letzten Tag.
Die Lampe dieses Hauses, das Öl verbraucht, sich verohrend,
Flackerndes Licht, die Dunkelheit zu bringen.
Sie sieht das Gesicht ihres Sohnes, und ruft (nach) Gott
Für ihren Sohn, ihres Herzens Herz, (ruft) sie nach Gott.
Eine Brise vom Fenster streicht über ihre weißen Haare und geht vorüber
Haucht Mutters Herz in Richtung Lhasa.
Keine Tränen in ihren Augen, erfüllt mit Frieden
Der Glanz des Endes kommt um die Abenddämmerung zu erhellen,
Die treibende Kraft ihres Lebens, ihr Garant gegen den Tod: Ihr Sohn ist weit weg,
Sein Gesicht zu sehen bevor sie stirbt, ist ihr Herzenswunsch,
Heiß von Fieber, ihr schmale Hand brennt mit Sehnsucht,
Sie hält liebevoll die Hand ihrer weinenden Schwiegertochter,
Tätschelt ihre weiche Hand und sagt, “O meine Schwiegertochter,
Jetzt ist die Zeit gekommen, ich muß diese Welt verlassen ,
Warum Weinen, weine nicht Schwiegertochter !

Alle müssen diesen Weg nehmen, mein Kind, der Reiche und der Fakir
Erde vermischt sich mit Erde an den Ufern des Leidens,
Erdulde dies, sei nicht gefangen darin in der Schlinge des Schmerzes,
Sei Fromm (ergeben ), denn Hingebung erbringt Erleuchtung auf dem letzten Weg!
Ich habe die Blumengärten der Erde blühen und verwelken gesehen,
In Traurigkeit, liebe Schwiegertochter, habe ich Gott erkannt !
Die Samen, die auf der Erde gesät werden, tragen Früchte im Himmel,
Was ich gegeben habe, nehme ich mit mir, was geht mit?
Der Reichtum, den du in einem Traum erwirbst, bleibet in deinen Händen, wenn du erwachst.
Ich nehme Abschied von allen, Madan ist nicht gekommen.
„Meine Augen haben ihn heute nicht gesehen, bevor sie sich schlossen,
Ich bin gestorben,“ sag dies zu Madan.
Die alte Frau, die ihrem Ende entgegen ging sagte: „Weine nicht zu sehr“

Madan kehrt Heim
Munas Worte waren wie Geschosse, erinnert sich Madan,
Wie süß hat sie mich getadelt, „ Was kannst du machen mit Reichtum?“
Ihre Worte wie Nektar trafen mich bis ins Mark und durchbohrten mein Herz,
„Besser ist es Salat und Brennessel zu verzehren mit glücklichem Herzen“,
Jetzt hat Gott dies ermöglicht mit Reichtum
Ein Vorhang hat mich zugedeckt, ein Vorhang hat mir meinen Weg versperrt, oh Schwester!
Ich werde nicht weinen, ich werde morgen gehen und sie treffen,
Lüfte den Vorhang, O Schicksal (Gott), und du wirst schnell gesegnet.

Madan fiel genau da auf die Erde und wurde schlapp vor Traurigkeit.
Der Arzt kam, hielt ihn am Handgelenk und fühlte seinen Puls:
Was ist Medizin für einen der krank ist am Herzen?
Probleme mit Husten und Schleim, sagt der Arzt,
Ohren, die Worte von anderen nicht hören, hören diese
Madan sagt ihm „Lese die Caraka , blättere die Susruta durch‚
Wo ist die Qual des Herzens, erzähle es mir?
Die Krankheit, die mich am Körper quält, ist am Leben zu sein: Vertreibe diese Krankheit!
Die Erinnerung macht mich unruhig, ich habe Durst nach einem Darshan
Meine Augen starren in die Weite, ich werde verbrannt durch eine Brise,
Mein Gehirn dreht sich wie ein Wirbelwind, mein Herz schmerzt mich,
All meine Symptome sind in meinem Herzen, versteckt von der Außenwelt.“

Der Arzt schaute, der Arzt verstand, jener Arzt kam nie (mehr).
Was auch das Herzleiden sein mochte, ein Mittel dagegen wurde nicht gefunden.
Tag für Tag wurde es mit dem armen Madan noch schlimmer,
Er war bei Bewußtsein wie zuvor, seine Sprache war klar.
„Oh, meine Schwester, führe diesen Haushalt,
Erfülle Mutters Wunsch nach eine Herberge und einem Brunnen,
Muna kümmert sich um unsere einsame Mutter, hoch oben;
Möge keine andere einsame Mutter vernachlässigt werden,
Mach den Knoten an meinem Kleid auf, gib mir einen Schluck Gangeswasser,
Es gibt keine Medikamente, meine Schwester, für ein gebrochenes Herz!“
Die Wolken rissen auf, der Mond lächelte schön am Himmel,
Begleitet von den Sternen, schaute der Mond durch das Fenster,
Die Wolken zogen sich zusammen, Madan schlief für immer,
Am nächsten Tag war es wieder klar, und die Sonne ging auf.

Habt ihr den Staub aus eueren Augen gewischt, Bruder und Schwester?
Wir müssen diese Welt verstehen und nicht Feiglinge sein.
Schauen wir der Welt ins Gesicht, reißen wir uns zusammen,
Laßt unsere Flügel zum Himmel schwingen, während wir auf dieser Erde leben.
Wenn das Leben nur Essen und Trinken wäre, Herr, was wäre das Leben?
Wenn der Mensch keine Hoffnung hätte auf ein Leben danach, Herr, was wäre der Mensch?
Solange wir auf der Erde leben, schauen wir zum Himmel,
Klage nicht, wenn du nach unten schaust!
Der Geist ist die Lampe, der Körper das Opfer, und der Himmel die Belohnung .
Unsere Taten sind unsere Gottesverehrung, so sagt Laxmiprasad .

ENDE
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About the Author:


Satis Shroff is a prolific writer and teaches Creative Writing at the Albert Ludwig University of Freiburg. He is a lecturer, poet, writer and the published author of three books: Im Schatten des Himalaya (book of poems in German), Through Nepalese Eyes (travelogue), Katmandu, Katmandu (poetry and prose anthology by Nepalese authors, edited by Satis Shroff). His lyrical works have been published in literary poetry sites: Slow Trains, International Zeitschrift, World Poetry Society (WPS), New Writing North, Muses Review, The Megaphone, Pen Himalaya, Interpoetry. He is a member of “Writers of Peace,” poets, essayists, novelists (PEN), World Poetry Society (WPS) and The Asian Writer.

Satis Shroff is based in Freiburg (poems, fiction, non-fiction) and also writes on ecological, ethno-medical, culture-ethnological themes. He has studied Zoology and Botany in Nepal, Medicine and Social Sciences in Germany and Creative Writing in Freiburg and the United Kingdom. He describes himself as a mediator between western and eastern cultures and sees his future as a writer and poet. Since literature is one of the most important means of cross-cultural learning, he is dedicated to promoting and creating awareness for Creative Writing and transcultural togetherness in his writings, and in preserving an attitude of Miteinander in this world. He lectures in Basle (Switzerland) and in Germany at the Akademie für medizinische Berufe (University Klinikum Freiburg) and the Zentrum für Schlüsselqualifikationen (University of Freiburg where he is a Lehrbeauftragter for Creative Writing). Satis Shroff was awarded the German Academic Exchange Prize.

Translations: He has translated Nepali literature (prose and poems) by Nepali writers such as: Laxmiprasad Devkota (Muna Madan), Bhupi Sherchan, Banira Giri (Kathmandu), Bhisma Upreti, Krishna Bhakta Shrestha, Bal Krishna Sama (Ich Hasse & Auf der Suche nach Poesie), Abhi Subedi, Toya Gurung, Dorjee Tschering Lepcha (Die Ameisenkönigin & Der Spinnenmensch), Guruprasad Mainali (Der Martyrer), Krishna Bam Malla (Der Pfluger), Lekhnach Paudyal (Der Himalaya), Hridaya Singh Pradhan (Die Tränen von Ujyali), Shiva Kumer Rai (Der Preis des Fisches),Sharad Sharma (Woman:Nature), Toya Gurung (Mein Traum), Binaya Rawal (Phulmayas Dasainfest), Abhi Subedi (Am Abend mit dem Auto), Bimal Nibha (Jumla), Jiwan Acharya (Der Bildhauer & Muglin) etc. into German, a part of which can be read under the title ‘Kathmandu, Kathmandu’, which in Banira Giri’s poem ‘Kathmandu’ is a bird-cry.

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